![]() | Tübinger Hospizdienste e.V. |
Kurzer Überblick über die Geschichte der Hospizbewegung
Hospize gab es schon im Römischen Reich, und später dann im Mittelalter. Damals gewährten Mönche den Pilgern auf ihrer Reise Unterkunft und Hilfe, kümmerten sich um Verletzte, Kranke, Sterbende. Mit der Säkularisierung und Auflösung der Klöster verlor sich der Hospizgedanke. Im 19. Jahrhundert kam es in Frankreich, USA, Irland und England vereinzelt wieder zur Eröffnung von Hospizen. Aber erst im 20. Jahrhundert kam die Geburtsstunde der modernen Hospizbewegung. Diese Entwicklung ist verbunden mit den Namen zweier herausragender Frauen. Die Ärztin Cicely Saunders gründete 1967 in London das St. Christophers Hospice. Schwerkranke und Sterbende wurden dort nach Maßstäben einer palliativen Medizin versorgt. Die Schweizer Ärztin Elisabeth Kübler-Ross veröffentlichte 1969 in den USA ihr Buch "Interviews mit Sterbenden" und rückte damit die Themen Tod und Sterben wieder in den Blickpunkt der Gesellschaft. In Deutschland wurde die erste Palliativstation 1983 an der Universitätskliinik Köln eröffnet. Der erste Hospizverein wurde 1985 in München gegründet und das erste stationäre Hospiz in Aachen eröffnet. Seitdem ist ein stetiges, wenn auch langsames Wachstum der Hospizarbeit erfolgt. 2007 wurden nach Hochrechnungen in der Bundesrepublik Deutschland 50.840 Menschen von ehrenamtlichen MitarbeiterInnen ambulanter Hospizdienste begleitet und es wurden weitere 18.400 Menschen in stationären Hospizen aufgenommen. Die Zahlen bedeuten, dass in 8,4 % aller Sterbefälle eine Betreuung durch Hospizarbeit erfolgt ist (Quelle: Hospiz- und Palliativstatistik der Deutschen Hospizstiftung).
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